kklick

Märchen-Welt-Reise

Zur Übersicht

Märchen-Welt-Reise

Ein interkulturelles Medienprojekt

20.09.2016

Märchen, Mythen, Legenden und Fabeln als archetypische Ausdrucksmittel bilden einen Schlüssel zur Entdeckung und zum Verstehen von Neuem und Fremdem. Elemente aus Märchen verschiedener Kulturen lassen menschliche Wurzeln sichtbar werden und fördern das Verstehen der Kulturen untereinander. Durch Einsatz von kreativen, künstlerischen Methoden und des Computer-Malprogramms von «ent-ra» lernten Kinder neue digitale Ausdrucksformen kennen und die Märchen sinnlich und ästhetisch in Bild und Animation umzusetzen.

Teilnehmende Klassen: 
Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse, Eltern

Sparte / Bereich: 
Literatur, Kunst & Baukultur, Film & Multimedia

Projektbeschreibung:
Auf unserer Märchen-Welt-Reise recherchierten und erforschten wir Märchen aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Mit Hilfe des Internets und anderen Medien (Fotos, Bilder, Video, Bücher etc.) unternahmen wir zusammen eine virtuelle Reise in das Land des ausgewählten Märchens und knüpften unsere Entdeckungen an Kulturtraditionen sowie an das heutige moderne Leben an. Die Märchen wurden von den Schülerinnen und Schülern mit viel Spass und Fantasie am Computer illustriert und in der Schule begleitet von selbst erstellten Animationen präsentiert.

Das Projekt wurde den Bedürfnissen der beteiligten Schulen entsprechend angepasst: Für die Klasse 3 (Gebhardschule) mit einem gewissen Anteil an Kindern aus dem Kosovo zugewanderter Familien wurde das Angebot als ein Klassenprojekt mit dem Schwerpunkt Sprachförderung konzipiert und mit dem Deutschunterricht verbunden. Die Klasse verarbeitete ein albanisches Märchen.

Zunächst wurden die Kinder mit dem Märchentext vertraut gemacht: Das bedeutet, der Inhalt wurde diskutiert, die Dramaturgie des Märchens erforscht und einzelne Episoden (Berührungspunkte) intensiv besprochen. Die Kinder hatten die Möglichkeit, eigene Märchenfantasien in einer ganz neuen und bisher für sie unbekannten Kunstform auszudrücken – mit den Malprogrammen, welche vom Projektpartner «ent-ra» für diese Art Projekte erstellt wurde. Die Arbeit wurde aufgeteilt: wer was malt, wer welche Märchenepisode übernimmt, um daraus eine Animation zu entwickeln. Als Abschluss wurde das Märchen in der Schule in Begleitung von eigenen Animationen vorgelesen oder erzählt.

In der Sonnenhaldeschule haben sich zwei Gruppen von Kindern (aus den 3.-4. Klassen) mit  ihren Eltern auf die Märchen-Welt-Reise gemacht. Das Projekt fand hier als ausserunterrichtliches Angebot statt. Dabei brachten Eltern oder sogar Grosseltern die Lieblingsmärchen und -legenden ihrer Kindheit aus ihrem Herkunftsland mit.

Viele Eltern und Schülerinnen und Schüler der Sonnenhaldeschule bewegten sich mit grosser Selbstverständlichkeit zwischen zwei Sprachen (manchmal sogar drei), und auch dieses Phänomen wollten wir in unser Projekt einbeziehen. An drei Märchentagen führten wir gemeinsam mit den teilnehmenden Kindern und ihren Eltern für die ganze Schule zweisprachig Märchen auf (Vorlesen/ Erzählen mit Animationen). Diese Veranstaltungen wurden zu einem wichtigen Erlebnis für die Kinder, welchen mit ihren Eltern als Team vor den Schulkameraden auftreten und aussergewöhnliche Ergebnisse präsentieren konnten.

Projektumfang / Dauer:
Klassenprojekt Gebhardschule:
Vorbereitungsarbeit: April 2016. 3 Sitzungen mit Medienpädagogin (Konzipierung, Planung) und weitere Besprechungen per E-Mail.
Projektverlauf: 8 Doppellektionen im Mai-Juni 2016 mit den Kindern, 3 Sitzungen zum pädagogische Austausch/Evaluation mit Medienpädagogin.

Medienwerkstatt Sonnenhaldeschule:
Projektdauer: Oktober 2015 - Juni 2016, 16 Doppellektionen (8 pro Gruppe). 3 Veranstaltungen. Die Projektleitung umfasst vor allem Organisationsarbeit.       

Ziele:
Mit dem Projekt wollten wir nicht nur die interkulturellen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördern, sondern ihnen auch zeitgemässe digitale Ausdrucksformen an die Hand geben und sie über passiven Medienkonsum hinaus zum aktiven und kreativen Handeln motivieren.

Budget und Finanzierung:
Das detaillierte Budget des gesamten Projektes ist nicht öffentlich. Die Gesamtkosten werden durch die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg  getragen. Ein Drittel wurde als Zuschuss durch das Amt für Schulen und Wissenschaft der Stadt Konstanz finanziert.

Fazit / Erfahrungen / Tipps:
Die beiden am Projekt beteiligten Schulen haben sich für weitere Teilnahmen im Schuljahr 2016-2017 angemeldet.

Für die Kinder waren die Projekte sehr bereichernd, sowohl was die Förderung ihrer sozialen Kompetenzen untereinander betrifft als auch hinsichtlich ihres Verständnisses und der Akzeptanz von Märchen aus anderen Kulturkreisen. Neben interkulturellen Erfahrungen förderte das Projekt die Kinder intensiv in ihrer Sprach- und Lesekompetenz. 

Aufteilung der Klasse in zwei Gruppen: eine Gruppe arbeitete im Computerraum an der Märchenvisualisierung und die andere parallel dazu an den Texten im Rahmen des Deutschunterrichts  (Sinnentnehmendes Lesen, betontes und gut artikuliertes Sprechen, Nacherzählen, Wortschatzarbeit usw.). Danach wurde gewechselt. Dadurch entstand eine hohe Motivation der Kinder bei der Textarbeit.

Die Kinder lernten neue, kreative, digitale Ausdrucksformen kennen, erwarben den Blick für Layout und Bildaufbau, erhielten und erweiterten eigene PC- und Internetkenntnisse und gewannen neues Wissen über Medienproduktionen.

Das Projekt wurde zu einem Entfaltungsraum für die Kinder, besonders für die, welche künstlerisch als unbegabt eingestuft wurden. Am Ende des Projektes wurden die Märchen in ein digitales Märchenbuch aufgenommen und im Internet veröffentlicht, was sehr zur Stärkung des Selbstbewusstseins der Schülerinnen und Schüler beigetragen hat.

Schulen:
Gebhardschule, Zähringerplatz 1, D-78464 Konstanz
Sonnenhaldeschule, Höhenweg 14, D-78464 Konstanz

Zusammenarbeit mit folgenden Kulturschaffenden / Institutionen:
Elena Rauch, Medienpädagogin und Kulturvermittlerin

Dokumentation:
Das Projekt in verschiedenen Formaten läuft seit September 2011 in Freiburg im Breisgau und seit August 2015 in Konstanz. Ausführliche Projektergebnisse und Fotodokumentation:

www.maerchenbuch.ent-ra.de
www.ent-ra.de
https://www.youtube.com/watch?v=zbJ7B3bPUB8