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Kultur kann uns verzaubern, entführen und stark machen

Kultur kann uns verzaubern, entführen und stark machen

kklick im Gespräch mit Katja Langenbach

02.11.2020 - Menschen

Katja Langenbach ist freiberufliche Regisseurin für Theater und Hörspiel, u.a. am Theater Magdeburg, FigurenTheater St.Gallen, Theater St.Gallen, Thalia Theater, Vorarlberger Landestheater Bregenz, beim Bayerischer Rundfunk sowie für Projekte in der freien Szene. Ab 2021 übernimmt sie die Schauspieldirektion für das Luzerner Theater.

Was bedeutet Kultur für Dich im Leben?
Kultur, das ist Verbindung. Verbindung zwischen Menschen, zwischen Generationen, Zusammenhalt und Identität, Vermittlung zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen fremd und vertraut. Kultur öffnet Türen, hilft uns, das Leben besser zu verstehen, sie kann uns verzaubern, entführen und stark machen, uns Visionen, Lust und Freude schenken.

Gibt es ein erstes «kulturelles Erlebnis», an das Du Dich erinnern kannst, das Dich geprägt oder inspiriert hat?
Ich bin auf dem platten Land aufgewachsen und einmal im Jahr um die Weihnachtszeit fuhren wir nach Köln in die Oper. Die Magie dieser Bühne-Zauberwelt ist mir bis heute präsent. Besonders klar sticht die Königin der Nacht aus meinen Erinnerungen hervor, die Masse lauschender, teilnehmender Menschen im Zuschauerraum, die Rituale vor der Aufführung, in der Pause, die Festlichkeit des Moments.

Dieses Jahr hast du für das FigurenTheater St.Gallen das Stück «Der kleine Prinz» nach der berühmten Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry inszeniert. Hast du bei der Bearbeitung der Stückfassung dein Zielpublikum vor Augen, also die Altersgruppe, für die die Inszenierung am Ende gespielt werden soll?
Das ist ganz wichtig. Natürlich! Aus diesem Grund habe ich viele Übersetzungen verglichen und zum Teil selber aus dem französischen Original übersetzt, damit der Bühnentext am Ende nicht zu blumig und verschwurbelt philosophisch klingt. Ich wollte einen direkten Ton, das Ziel war Verständlichkeit für Kinder ab 9 Jahren. Dafür habe ich das Stück auch immer wieder meinen Kindern vorgelesen. Ausserdem habe ich viele Erzählstrecken in Dialoge und Szenen aufgelöst. Der Bühnentext hat einen schnellen Rhythmus, viele Wechsel und atmosphärisch immer wieder neue Ansatzpunkte, damit die doch recht nachdenkliche Erzählung den Kindern nicht zu langatmig und schwer wird.

Beziehst du auch theaterpädagogische Überlegungen in deine Arbeit mit ein?
Bei der Arbeit an der Stückfassung weniger. Da schreibe und inszeniere ich im Stillen. Ich finde es aber wichtig, dass während der Probenphase Klassen oder Theaterpädagog*innen eingeladen werden, die uns Feedback geben. Dann bin ich völlig offen und lasse die Seherfahrungen und Hinweise der Zuschauer*innen in die Weiterarbeit einfliessen. Sowieso ist das Schreiben an einer Stückfassung immer „work in progress“, der Text entwickelt sich auf den Proben weiter bis zur Premiere.

Was wünschst Du Dir, was Kinder und Jugendliche nach der theatralischen Reise mit dem kleinen Prinzen für sich und ihren Alltag mitnehmen und wie könnt Ihr als FigurenTheater das im Rahmen des Theaterbesuchs unterstützen?
Den Glauben an die Kraft von Freundschaft, Liebe und an die Einzigartigkeit ihres Seins – das möchten wir den Kindern mit dem «Prinzen» vermitteln. Der Theaterbesuch ist dabei nur ein Bestandteil. Gespräche und Workshops und weitere Austauschformate z.B. mit Schulklassen sollen die Bühnenerfahrung vertiefen und begleiten.

Ergänze bitte folgende Satzteile oder Stichworte:

  • Dieses Buch / diese Musik / diesen Film würde ich auf die berühmte einsame Insel mitnehmen:
    Das ist jetzt sehr aus meiner heutigen Verfassung heraus beantwortet und varriiert natürlich. Buch: «Alles, was ich nicht erinnere» von Jonas Hassen Khemiri, alle Bücher von Joseph Roth und Stefan Zweig
    Musik: Es wäre eine Mischung, darin vertreten auf jeden Fall Nouvelle Vague, Passenger, Tocotronic, Tom Waits.

    Film: alle von Kaurismäki und Wes Anderson
  • Davon wird mir schwindelig: Weisswein und Tanzen
  • Immer wieder lustig: meine alte Clique in München
  • In fünf Jahren möchte ich: dass Kultur als systemrelevant eingestuft wird.
  • Auf dieses Kulturerlebnis freue ich mich: volle Zuschauerräume

Das FigurenTheater St.Gallen spielt «Der kleine Prinz» für Schulklassen ab dem 5. Schuljahr. Termine im Dezember 2020 und April 2021. Hier geht’s direkt zum Angebot und den detaillierten Informationen.

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