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Tatort Atelier

Verena Brassel

Atelier: Stossstrasse 19, 9450 Altstätten

Kontakt Anbieter / Anmeldung

Angebotsinformationen

– Anbieter: Kulturzentrale
– Durchführungsdatum: Alle Wochentage möglich.
Max. 18 SuS
– Veranstaltungsort: In den Ateliers der jeweiligen Kunstschaffenden
– Zielpublikum: 4. - 12. Schuljahr
– Dauer: 60-90 Minuten
– Kosten: CHF 250.00

Tatort Atelier

Verena Brassel

Atelier: Stossstrasse 19, 9450 Altstätten

Verena Brassel ist 1948 in Winterthur geboren und arbeitete nach der Ausbildung und Weiterbildungen schliesslich als freischaffende Künstlerin in den Sparten Malerei und Skulpturen, immer wieder in Kunstprojekten mit Schülerinnen und Schülern sowie Studenten im In- und Ausland.

Interview mit Verena Brassel

Warum sind Sie Künstlerin geworden?
Meine Kreativität und mein Suchen und Fragen nach dem Ursprung des Daseins weckten in mir das Bedürfnis, den Gedanken und Gefühlen sowie Empfindungen auf einer „nonverbalen“ Ebene eine Form zu geben, was ich jedoch erst in späteren Jahren realisieren konnte. Manches lässt sich nicht in Worte fassen. Die Malerei, welche schon ganz früh mein Interesse weckte, war für mich daher das geeignete Medium.

Wer oder was inspiriert Sie? Warum?
Die vielen Reisen in den Nahen Osten, Indien und USA und in den Norden von Europa waren für mich eine grosse Inspirationsquelle. Meine vielseitigen Interessen an Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen gaben mir Stoff zum Nachdenken und Gestalten.
Die Schlüsselthemen fand ich in historischen Stätten wie Qumran am „Toten Meer“ oder Petra in Jordanien. Fremde Religionen wie auch Sozialkritisches ist die Antriebskraft für mein heutiges Schaffen. 

Was ist am schönsten daran, Künstlerin zu sein? Was am schwierigsten?
Schön an diesem Beruf ist eine gewisse Freiheit und Eigenständigkeit aber auch Verantwortung für das, was ich tue und an die Öffentlichkeit bringe. Das Schwierigste ist, dass man in den meisten Fällen von der Kunst nicht leben kann und sich daher gewisse Einschränkungen ergeben; kompromisslos den eigenen unabhängigen Weg zu gehen, ist daher ein Privileg für wenige Künstler. Die meisten Künstler sind gezwungen, sich um zusätzliche Einnahmequellen zu kümmern. Es gibt Künstler, welche das malen, was sich gut verkaufen lässt und nicht das, was sie wirklich bewegt.

Mein Ziel als Künstlerin ist…? 
Freude zu vermitteln, aber auch zum Nachdenken anregen, insbesondere wenn ich mit sozialkritischen Themen arbeite wie „Mutige Menschen in schwierigen Zeiten“.
Durch die Augen der Kunst wird die Wahrnehmung verfeinert und eine andere Bewusstseinsebene des Betrachters angeregt. Mich hat das Zitat von Paul Klee sehr in meinem Kunstschaffen begleitet: Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar.

Mein liebstes Arbeitsmaterial oder Instrument ist…? 
Es sind schöne Pigmente und sandige Erde, mit welchen ich neue Farben kreieren kann sowie alte interessante Gegenstände, die ich manchmal für eine Weiterentwicklung eines Kunstwerkes einsetze. Alte Schriften aus verschiedenen Epochen und Kulturen sind für mich Perlen, insbesondere wenn ich den Textinhalt erkunden kann.

Auf welches Kunstwerk sind Sie besonders stolz? Warum?
Das Bild mit dem Titel „Vision of Peace“, welches von einer Synagoge in Chicago erworben wurde, beinhaltet den Aufruf für ein kulturverbindendes Kunstschaffen, in arabischer Schrift. Der Text stammt vom damaligen israelischen Aussenminister, Yigal Allon. Somit verbindet das Werk die christliche, jüdische und arabische Kultur und damit alle drei monotheistischen Religionen.

An meinem Atelier gefällt mir besonders…?
Die Zurückgezogenheit abseits von der Betriebsamkeit des Alltags verschafft mir die nötige Ruhe für ein konzentriertes und vertieftes Arbeiten. Die Grosszügigkeit der Räume inspiriert mich, mit Jugendlichen grössere Projekte zu realisieren oder Kurse anzubieten.
Die jährliche Advents-Ausstellung, welche von einem interessierten Publikum gewürdigt wird, lässt sich gut gestalten. Für mich ist es ein Ort, an dem man auch Ungewöhnliches erschaffen kann.

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