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«Zeitmaschine bauen!» mit dem Gymnasium Friedberg

Yuliya Khandozhko, St.Galler Tagblatt
www.zeitmaschine.tv/pressespiegel

«Zeitmaschine bauen!» mit dem Gymnasium Friedberg

Umsetzung des Generationenspiels unter speziellen Bedingungen

31.08.2020 - Praxis

Zu zweit suchen und besuchen Schüler*innen der Stufen Sek 1 und Sek 2 Zeitzeug*innen. Die erinnern sich an ihre Jugend und zeigen Fotos von früher. Die Schüler*innen machen daraus mit ihren Smartphones sowie einer Film-App Kurzfilme und veröffentlichen diese online. Dies ist der normale Ablauf des Generationenspiels «Zeitmaschine bauen!», das der Berner Verein Zeitmaschine.TV seit 2008 interkantonal und bis nach Berlin in der offenen Jugendarbeit und mit Klassen der Stufen Sek 1 und Sek 2 umsetzt.

Wegen der Pandemie stand die erste Ostschweizer Umsetzung mit zwei Untergymnasial-Klassen des Gymnasiums Friedberg in Gossau unter besonderen Vorzeichen. Dem Mut und der Flexibilität von Schulleiter Lukas Krejči und weiteren involvierten Lehrpersonen ist es zu verdanken, dass wir mit dieser speziellen Umsetzung des Generationenspiels wichtige Erfahrungen sammeln und zusammen mit den beiden Klassen eine spannende und vielfältige Clip-Sammlung schaffen konnten.

Fernunterricht, jüngere Zeitzeugen und telefonische Interviews
Dank Festhalten an der Buchung und dank der finanziellen Unterstützung durch das Amt für Kultur des Kantons St.Gallen konnten wir die lange vor Schliessung der Schulen gebuchte Umsetzung vom Gymnasium Friedberg in Gossau nach Wiederöffnung der Schulen nach den Frühlingferien anpacken. Als Erstes passten wir die Form der Vermittlung an. So fanden nur der erste und der letzte Anlass «live» an der Schule statt. Die weiteren Unterrichts-Sequenzen, die etwa die Vorbereitung der Interviews und den Schnitt der Aufnahmen umfassen, fanden per Video-Konferenz zwischen Bern und Gossau statt. Weitere Anpassungen an die Pandemie-Situation betrafen die Wahl der Zeitzeugen und die Form der Generationenbegegnungen. Anders als bei anderen Umsetzungen ermutigten wir die Schüler*innen, auch Mitglieder der eigenen Familien zu interviewen. Ausserdem förderten wir dabei die Wahl von Zeitzeug*innen unter 65 Jahren. Schliesslich setzten einige Teams ihre Interviews telefonisch um.

Erwartungsgemäss bewährten sich manche der Anpassungen besser und andere weniger gut. Die Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht ist uns dabei gut gelungen. Ein grösserer Anteil an Fernunterrichts-Elementen wäre suboptimal gewesen, da das Projekt sowieso hohe Anforderungen an die Selbstständigkeit der Schüler*innen stellt und eine gute individuelle Betreuung nur zusammen mit Präsenzunterricht möglich ist. Ebenfalls bewährt haben sich die telefonischen Interviews, die sorgfältig vorbereitet und umgesetzt wurden. Gut gelungen ist auch der Ausbau der Oral History Datenbank durch einige jüngere Zeitzeugen. Durch die Publikation von Kurzfilmen zu den 80er und 90er Jahren konnte die Datenbank in einem Bereich gefüllt werden, in dem sie noch nicht besonders ausgebaut ist; im Gegensatz zur Kriegs- und Nachkriegszeit.

Improvisation und Erkenntnisse für weitere ‘Corona-Umsetzungen’
Schwierigkeiten bereitete bei einem Videokonferenz-Termin die Internet-Verbindung der Schule. Diese konnten eine Woche später bei der nächsten Einheit und dank dem Engagement der betreuenden Lehrperson gelöst werden. Improvisation war auch in anderen Situationen gefordert. So mussten wir die Umsetzung aufgrund der unsicheren Situation von Termin zu Termin planen. Trotzdem konnten wir das Projekt auf die Sommerferien hin ohne allzu grosse Hektik abschliessen. Die Schüler*innen adaptierten dies gut und lieferten schliesslich interessante Arbeiten ab.

Mein Fazit als Projektleiter über diese doppelte Umsetzung fällt mit Blick auf die Qualität der Zusammenarbeit und der neuen Erkenntnisse zu den ‘Corona-Anpassungen’ äusserst positiv aus.

Statement des Schulleiters Lukas Krejči
Die Zusammenarbeit mit dem Projektleiter Christian Lüthi gestaltete sich sehr erfreulich. Christian Lüthi reagierte sowohl auf alle äusseren Umstände als auch auf die inneren Bedürfnisse des Gymnasiums Friedberg sehr flexibel. Sowohl beim Präsenzunterricht als auch bei den Distance-Schaltungen zeigte er sich versiert und erfahren im Umgang mit unseren Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Er verstand es sehr gut, die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und ihre Kreativität im Umgang mit Oral History zu fördern. Er arbeitete meist selbstständig mit ihnen und bewahrte dabei stets den Überblick bezüglich Organisation, Inhalt und Technik. Dabei verstand er es auch, unmissverständlich und zuweilen mit der notwendigen Hartnäckigkeit auf der Einhaltung von Standards zu beharren, konstruktives Feedback zu geben und sich nicht mit unfertigen Produkten zufrieden zu geben. Da sich die Arbeit bei einzelnen Gruppen in die Sommerferien zog, musste Christian Lüthi auch während dieser Zeit diese Teams eng begleiten und beraten.

Das Projekt hat grossen Spass gemacht und bildet einen Mehrwert fürs Gymnasium Friedberg. Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten haben neben der technischen Bedienung der Software «Z-moviemaker» gelernt, mit Oral History umzugehen, Zeitzeugen zu ermutigen, Informationen einzuordnen, zu organisieren, zu veranschaulichen und zu präsentieren. Ich danke Herrn Lüthi für seine Initiative und Flexibilität, das Projekt unter den speziellen Bedingungen von Corona am Friedberg durchzuführen und freue mich sehr auf die Clip-Show.

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